Mit Selbstliebe inneren Frieden finden

Mit Selbstliebe inneren Frieden finden

Spiritualität & Selbstfindung | 01. November 2019


„Ich bin noch nicht so weit“, „Ich bin nicht gut, wie ich bin“, „Ich werde das nie schaffen“ – Kommen dir diese Gedanken bekannt vor? Wahrscheinlich schwirren diese oder ähnliche Überzeugungen den meisten von uns von Zeit zu Zeit durch den Kopf. Sie halten uns vielleicht davon ab, unseren Weg zu gehen, Entscheidungen zu treffen und uns weiterzuentwickeln. Woher kommen diese störenden Gedanken?


Veit Lindau ist Heilpraktiker und Coach in Baden-Baden. Er beschäftigt sich mit dem Verhältnis des Menschen zu sich selbst und sagt in einem Interview: „So lange ein Mensch sich selbst nicht annimmt, wie er ist, kann er sich nicht weiterentwickeln oder seine Stärken auszubauen.“ Seiner Erfahrung nach suchen viele Menschen nach Perfektionismus, statt anzunehmen, was da ist.


Sag Ja zu dir selbst


Der Life Coach schlägt deshalb in seinem Buch „Heirate dich selbst“ vor, eben dies zu tun: sich selbst anzunehmen, sich Treue und Liebe zu schwören. Klingt erstmal ungewöhnlich. Der Blick ins Buch zeigt sechs Tugenden, die zur Selbstliebe nach Lindau erforderlich sind:


1. Tugend: Befreie deinen Geist. Als Beispiel nennt Veit Lindau den Zwang, positiv zu denken. Wenn ich mir einrede, krank zu werden, wenn mir das nicht gelingt, handle ich gegen meinen Geist. Stattdessen sollten wir uns erlauben, negativ zu denken, wenn es unserem Gefühl entspricht. Der Coach sagt: „In meinem Geist gibt es eine große Halle, in der jeder Gedanke willkommen ist, die schönen und die hässlichen, die kleinen und die großen. Dadurch entspannt sich die Situation, und ich muss meine negativen Gedanken nicht so persönlich nehmen.“


2. Tugend: Fühle alles. Wenn wir gegen Emotionen wie Neid, Eifersucht und Wut ankämpfen, verkrampfen wir und investieren kostbare Kraft. Stattdessen sollten wir lernen, Gefühle auszuhalten. Dies, so Veit Lindau, führe zu innerem Frieden.


3. Tugend: Mach‘ dein Ding. Haben wir unsere Werte definiert, sollten wir dafür einstehen und sie leben. Für Veit Lindau ist dies die Schnittgrenze zwischen gedachter und praktizierter Selbstliebe. Das kann bedeuten, dass wir unsere Komfortzone verlassen oder uns unseren Ängsten stellen müssen.


4. Tugend: Erfülle deine Bedürfnisse, aber reflektiert. Einige Menschen ignorieren ihre Bedürfnisse und stellen sie immer hintenan. Andere leben sie ohne Rücksicht auf Verluste aus. Veit Lindau fordert uns auf, uns eine Frage zu stellen: Wie kann ich ein bestimmtes Bedürfnis so erfüllen, dass ich innerlich still werde und gleichzeitig meinen Mitmenschen nicht schade?


5. Tugend: Definiere dein Werte. Was bedeuten Begriffe wie Liebe und Familie für mich konkret?


6. Tugend: Erwache in dein wahres Selbst. Wie das geht, verrät Veit Lindau nicht, denn es gibt für jeden einen individuellen Weg zum Erwachen. Bei aller Entwicklung, so rät er, sollten wir nicht vergessen, dass wir immer schon am Ziel sind. Dann sind wir im Frieden mit uns selbst und perfekt, so wie wir gerade sind.